Ich finde

Oberschenkelknochen

Parallel wie Bahnschienen

Halb verhüllt im Sand

Abgenagt und freigelegt

Von Aasgeiern und Gewürm

Einst ein Mensch ist jetzt

Ein Kalkgerüst in Grau

Die Schädelkalotte aufgesprengt

Im Inneren wie eine schrumpelige

Weintraube die rostige Kugel

In der Mitte des Schüsselrunds

Ich tippe eins eins null und führe

Den Daumen zum grünen Symbol

Er schwebt und will nicht drücken

Verharrt, zögert, zittert

Ist unschlüssig im Kampf zwischen dem

Was man tun sollte – eigentlich

Und dem für das man noch

Die einem selbst verbliebene Kraft aufbringt

Weil man weiß ein Menschenleben

Eines der vielen Namenlosen

Ist nur mehr so viel wert

Wie es fähig ist zu kämpfen

Pflichtbefohlen für das Reich

Das Display dunkelt sich

Wie das Bewusstsein beim Gedanken

Was Menschlichkeit und Liebe

Noch zählt in einer Zeit voll Kälte

Hass und Niederträchtigkeit

Ich murmle gottlose Gebete

Gehe wie schon bei so vielen

Über die Überreste fort

Marschiere langsam meines Weges

Mit zweierlei gewiss

Für die die da schon liegen

Kein Mensch mehr kann was tun

Der Herr möge sich erbarmen

Und sie in Frieden ruhn

Für die anderen werd ich kämpfen

Bis alle Waffen schweigen

Ohne Feuer oder Eisen

So wie die wahrhaft Mächtigen ganz leise

Durch das Schreiben meiner Weisen

Marschiere langsam meines Weges

Mit zweierlei gewiss

Für die die da schon liegen

Kein Mensch mehr kann was tun

Der Herr möge sich erbarmen

Und sie in Frieden Ruhn

Für die anderen werd ich kämpfen

Bis alle Waffen schweigen

Ohne Feuer oder Eisen

So wie die wahrhaft Mächtigen ganz leise

Durch das Schreiben meiner Weisen


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